Nichts für schwache Nerven war das erste Saisonspiel der Fabbenstedter B-Mädchen. Nach 50 hart umkämpften stand am Ende ein hochverdientes 17:17 zu Buche. Besonders die letzen fünf Minuten der spannenden Partie waren für Spieler, Eltern und Trainer nicht zum aushalten.
Das erste Tor der Saison zum 0:1 erzielte Rückraumspielerin Steffi Clarus. Den postwenden Ausgleich beantwortete Sina Ebert mit dem 1:2. Das sollte bis kurz vor Schluss die letzte Führung des VfB gewesen sein. Von diesem Zeitpunkt an lag Gehlenbeck immer ein bis zwei Tore in Front. Besonders die Hablinke Rückraumspielerin schaffte es immer wieder Löcher in der Deckung aufzureißen und konnte oftmals nur per Foul gestoppt werden. Glücklicherweise zeigte Andrea Weitkamp im Fabbenstedter Tor eine klasse Leistung und hielte bereits in der ersten Halbzeit zwei Siebenmeter.
Im Angriff war Steffi Clarus nun bis zum Pausenpfiff eine Alleinunterhalterin. Die restlichen sechs Treffer bis zur Pause gingen allein auf ihr Konto. Auch weil sie von ihrem Trainer immer wieder aufgefordert wurde an die Siebenmeterlinie zu gehen. Dieser erntete dafür vor jedem Versuch böse Blicke. Dennoch verwandelte sie alle Strafwürfe in der ersten Hälfte. Mit einem 10:8 für Gehlenbeck ging es in die Pause.
Mit Beginn der zweiten Hälfte wartete der VfB mit einer taktischen Variante auf. Die bis dahin überragende halblinke Rückraumspielerin wurde von Sina Ebert aus dem Spiel genommen. Sofort stockte das Angriffspiel der Gehlenbecker und man unterband mit dieser Aktion jegliche Spielzüge. Bereits beim ersten Angriff nach der Pause konnte so der Ball erkämpft werden. Einen schönen Spielzug schloss Nina Walter dann mit dem 9:10 ab.
Viele der Gehlenbecker Angriffe endeten nun mit einem Siebenmeterpfiff des Schiedsrichters. Aus dem gebundenen Spiel heraus erspielte sich die Heimmannschaft kaum noch Chancen, und wenn doch stand immer noch die überragende Andrea Weitkamp im Tor.
Mit ihrem achten (und letzten) Treffer erzielte Steffi Clarus den Ausgleich zum 12:12. Ein Siebenmetertor und ein dummer Fehler in der Vorwärtsbewegung führten zu einem Doppelschlag des TuS Gehlenbeck. Doch auch Gehlenbeck machte Fehler. Die entnervte Halblinke, die zunächst an den Kreis beordert wurde bekam eine Pause auf der Bank und auch das Passspiel wurde zunehmend ungenauer. Zwei dieser Ballverluste nutzen Madleen Rieche und Sina Ebert nach einem tollen Zuspiel von Kerstin Weitkamp zum erneuten Ausgleich.
Dem 15:14 folgte eine Taktikumstellung. Nina Walter und Katharina Stegkemper spielten nun gemeinsam am Kreis. Sofort nutzte Nina eine Lücke in der Deckung und holte einen Siebenmeter heraus, den die in der zweiten Halbzeit starke Sina Ebert sicher verwandelte.
In Überzahl (Nina Walter kassierte eine Zeitstrafe) konnte Gehlenbeck erneut in Führung gehen. Es folgte ein Fehlerfestival auf beiden Seiten. In dieser Phase konnte Andrea ihre Siebenmeter Nummer vier und fünf abwehren.
Im Anschluss an die Zeitstrafe brauchte die triathlongeplagte Steffi Clarus eine Pause. Katharina kehrte zurück in den Rückraum und Julia Mehrhoff ging mit an den Kreis. Nach einem erneuten Siebenmetertreffer von Sina war der Ausgleich wieder hergestellt.
Nach einer Parade von Andrea Weitkamp bekam Sina Ebert erneut die Chance vom Punkt, scheiterte aber an der Torhüterin. Jedoch blieb der VfB in Ballbesitz und aus dem Rückraum machte Sina ihren Fehler wieder gut und traf zur ersten Führung seit der Anfangsphase. Sofort nahm Gehlenbeck eine Auszeit. Nun galt es Ruhe zu bewahren, das war allerdings leichter gesagt als getan.
Gehlenbeck brachte die torgefährliche Halblinke zurück ins Spiel und auch der VfB konnte für die letzten einhundertzwanzig Sekunden auf Steffi zurückgreifen. Eine Lücke in der Fabbenstedter Deckung nutzend konnte Gehlenbeck den Ausgleich zurückholen.
Im Angriff wurde der Ball dann leider leichtfertig verspielt, und Gehlenbeck hatte noch 40 Sekunden Zeit um das Spiel für sich zu entscheiden. Jedoch packte die Abwehr immer wieder beherzt zu und zwang Gehlenbeck immer wieder zu Freiwürfen.
Die letzte Chance hatte Gehlenbeck mit einem direkten Freiwurf nach dem Schlusspfiff. Dieser war zwar sehr platziert in den Winkel geworfen, aber kein Problem für die starke Torhüterin im Fabbenstedter Tor, die sich damit als Matchwinnerin sehen darf. 17 Paraden darunter 5 Siebenmeter sprechen eine deutliche Sprache.
Nachdem in der ersten Hälfte die meiste Last auf Steffis Schultern ruhte, war in der zweiten Hälfte eine geschlossene Mannschaftsleistung der Schlüssel zum Punkt.
Statistik:
Andrea (19/5 Paraden), Kerstin, Laura, Steffi (8/4), Sina (7/2), Katharina, Madleen (1), Julia, Nina (1)
Zeitstrafe: Nina
Siebenmeter: 4/9 (Andrea hält fünf mal) – 6/9 (Sina scheitert zweimal, Steffi einmal)