Eines muss man den VfB-Damen lassen: wenn sie schelcht spielen, dann spielen sie gemeinsam schlecht. Und das ohne Ausnahme. Keiner der bei der 12:16-Niederlage in Petershagen eingesetzten Spielerinnen erreichte ihr normales Leistungsvermögen. Die 16 Gegentore kann man eventuell noch als normal bezeichnen. Die normale Angriffsleistung aber konnte nie erreicht werden.
Fünf verworfene Siebenmeter und 33 weitere Fehlwürfe sprechen leider eine deutliche Sprache.
Die ersten Minuten waren gelich beispielhaft für das Spiel. Aus einer guten Wurfposition gelang von Rechtsaußen kein Treffer, und im Gegenzug traf Petershagen zum 1:0. Vera Kuhn wurde siebenmeterreif gefoult, doch der fällige Strafwurf ging am Tor vorbei.
In der neunten (!) Minute gelang Petershagen das 2:0 und Andreas Steinkamp sah sich gezwungen bereits nun seine Auszeit zu nehmen.
Auch der Angriff der Gäste war keineswegs überragend, lediglich die beiden Halbspielerinnen sorgten für Gefahr, aber dennoch sollte diese Offensive reichen um den VfB-Angriff zu übertrumpfen.
Als die Uhr 13:47 zeigte traf Vera Kuhn vom Kreis endlich zum ersten Mal für den VfB. Trotz einer bis dahin katastrophalen Angriffsleistung war man also immer noch im Spiel, und als Petershagen dann auch noch einen Siebenmeter am Tor vorbei warf, hätte man die ersten Minuten abhaken können und von Null beginnen. Der Ausgleich fiel aber nicht. Und so zog Petershagen auf 4:1 davon. Tine Meier und Anja Uetrecht ließen in dieser Phase zwei weitere Siebenmeter aus.
Nach dem 4:2, erneut durch Vera Kuhn, traf Petershagen in Unterzahl über Außen zum 5:2. Tatjana Hennerkes konnte im nächsten Angriff verkürzen. Nachdem 6:4 durch Anja Uetrecht (diesmal war der VfB in Unterzahl) machte Petershagen innerhalb von drei Minuten bis zur Pause daraus noch ein 10:4. Bei der allgemeinen "Torarmut" der Begegnung dürfte fast jedem Zuschauer in der Halle klar gewesen sein, dass diese sechs Treffer nach der Pause nur schwer aufzuholen sein würden.
Dennoch hatte der VfB zu Beginn der zweiten Halbzeit leichte Vorteile. Die ansonsten total neben sich stehende Steffi Clarus verwandelte einen Siebenmeter zum 10:5, und Tine Meier traf mit einem Wurf in ihre Lieblingsecke in Unterzahl (Ilona Steinkamp hatte den Abstand nicht eingehalten) zum 10:6.
Beim 11:8 durch einen Gegenstoßtreffer von Saskia Meyer war man eigentlich wieder drin im Spiel, doch es dauerte gerade einmal 90 Sekunden und Petershagen lag wieder mit sechs Treffern vorne.
Als dann Ilona Steinkamp einen Siebenmeter an den Pfosten warf und auch Kerstin Klocke den Nachwurf nicht im Tor unterbringen konnte und dafür Petershagen noch einen Treffer nachlegte war das Spiel entschieden.
Bis zum Schluss gelang nur noch ein wenig Ergebnisksometik zum 16:12, für mehr kam der VfB an diesem Tag einfach nicht in Frage. Bereits am Samstag kommt mit Eintracht Minden ein ganz starker Gegner zum Heimspiel in die Espelkamper Waldschulsporthalle, gegen den eine solche Leistung sicherlich noch stärker bestraft werden dürfte.
Allerdings sah der VfB gegen stärkere Gegner zuletzt eigentlich immer besser aus. Allerdings wird die Niederlage Trainer und Mannschaft wohl bis dahin noch etwas beschäftigen.
Statistik:
Maren Minuth (23. Par.), Lena Flömer, Tatjana Hennerkes (1), Anja Uetrecht (1), Ilona Steinkamp (2/1), Mareike Pott (1), Saskia Meyer (2), Vera Kuhn (2), Steffi Clarus (1/1), Tine Meier (2/1), Kerstin Klocke
Siebenmeter:
Petershagen: 1/3 - VfB 3/8 Ilona Steinkamp (2), Anja Uetrecht, Tine Meier und Steffi Clarus verwerfen
Strafminuten:
Ilona Steinkamp, Vera Kuhn, Anja Uetrecht